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Ron Perlman Fernsehinterview von 06.02.1992
Interviewer und Gastgeber John Tesh, aus der Clubzeitung des amerikanischen Fanclubs ,,Advo*Cats“
John Tesh: Hi, ich bin John Tesh. Wilkommen bei ,,One on One“. Das klassische Märchen ,,Beauty and the Beast“ hatte schon viele Leben, den erfolgreichen Film dieses Jähres eingeschlossen. Vor zwei Jahren war es eine erfolgreiche Fernsehserie. Heute besuchen wir mit ,,One on One“ das ,,Biest“, halb Katze, halb Mann, gespielt von Ron Perlman in der außergewöhnlichen Liebesgeschichte im Fernsehen. Für Perlman war dies der Karrieredurchbruch, auf den er 15 Jahre gewartet hatte. Als einer; der Theater als Hauptfach auf der Universität studierte und einen Magistertitel darin von der University of Minnesota bekam, verbrachte er die meiste Zeit seiner Karriere ohne Angebote, bis er die Rolle des Vincent bekam. Vincent, das Biest, das in den Abwässerkanälen New Yorks lebte und Catherine, Linda Hamilton, vor den Gefahren der Stadt beschützte. Die Rolle brachte Perlman einen Golden Globe und zwei Emmy-Nominierungen ein. Er war ein ungewöhnlicher romantischer Held, der jede Woche eine junge Frau aus Gefahr rettete - und wie ein Poet sprach! (Einblendung von ,,Todesmond“, letzte Szene auf Catherines Balkon.
Niemand war mehr von dem Erfolg von Beauty and the Beast überrascht, als einer der Hauptdarsteller; Ron Perlman, der für die schauspielerische Leistung einen Golden Globe bekam. Ron hatte diverse Fehlstarts in seiner Karriere. 1982 garantierten ihm Produzenten, dass die Rolle als Neandertaler in ,,Quest for Fire“ ihn in eine eigene Liga bringen würde. Der Film brachte ihm keinen Starruhm ein, aber er brachte ihn zu seiner nächsten Filmrolle. Diesmal reiste er mit Angelika Houston und Robert Urich in die Zukunft in dem Weltraumfilm ,,Ice Pirates“. Aber es waren die Rollen in großem Make-up, die ihm den Beifall der Kritiker brachten. Ron hielt eine fünf Stunden Makeup -Sitzung für seine Rolle als der bucklige Mönch Salvatore aus. In diesen Tagen spielt Ron nun ohne eine Maske als Robert Urichs betrogener Freund in dem Kabel-Film ,,Blind Man's Bluff“.
Ron ist seit 12 Jahren mit der Modedesignerin Opal Stone verheiratet und sie haben zwei Kinder. Er wuchs in New York City auf, unsicher und übergewichtig und nach eigener Beschreibung ein Versager. (John Tesh wendet sich nun Ron Perlman zu:) Was mit Kindern passieren kann, die übergewichtig und groß sind ist, dass sie ihr Selbstvertrauen verlieren können. Ist das jemals passiert?
Ron: Oh, absolut! Diese Gefühle der Unsicherheit und der Minderwertigkeitskomplex waren Dinge, die ich kannte, doch als mir bewusst wurde, dass ich von diesem Negativen auch etwas Positives ableiten konnte, z.B. als ich endlich mein Ventil gefunden hatte - die Schauspielerei - begann ich, den Kampf zwischen dem Impuls sehr kreativ zu sein und dem, was dich davon abhält, was niedrige Selbsteinschätzung und zu wenig Selbstvertrauen ist, zu verstehen.
Tesh: Wie hast du deine Begabung für die Schauspielerei entdeckt?
Ron: Das war eigentlich nicht vor der High School. Ich wurde in das Schwimm-Team aufgenommen. Und als ich da trainierte, kam dieser Bursche von der Dienststelle für Schauspiel und sagte: ,Wir haben dreißig Mädchen für dieses Stück und keine Jungs. Hast du irgendjemand, den du entbehren kannst?' Und ich war so eine Art Schwimme>; den man entbehren konnte und so sagte der Trainer: ,Hey, Perlman, raus aus dem Pool' So bin ich dann zum Vorspielen gegangen und hab die Hauptrolle in diesem Stück bekommen. Es war mein erstes berauschendes Gefühl.
Tesh: In diesen Tagen, als du mit dem Schauspielern anfingst, hast du da versucht, in Werbespots zu kommen oder in Seifenopern - solche Dinge?
Ron: Ich hab alles versucht! Da war nichts, was ich nicht versuchte. Die Werbeleute sagten mir; dass ich nicht werbekräftig genug aussähe, die Seifenoperleute sagten mir; dass ich nicht gut genug aussähe. Und so habe ich niemals solche Dinge gemacht.
Tesh: Du hast genügend Schläge einstecken müssen, um aufzuhören. Warum hast du nicht aufgehört?
Ron: Weil ich, je mehr ich darüber nachdachte, was ich sein könnte, wenn ich kein Schauspieler wäre, um so mehr zu dem Schluss kam, dass ich absolut keine anderen Talente hätte, um etwas anders zu sein. Keine Energie, etwas anderes zu sein, keinen Funken. Da war diese kleine Stimme in mir; die sagte: ,Du kannst den Krieg gewinnen, wenn du etwas zu tun finden kannst, bei dem du mit deiner ganzen Leidenschaft bist.
Tesh: Zu dieser Zeit wurde deine Tochter Blake geboren. Du bekamst nicht viel Arbeit, was in Hollywood passiert. Und du warst ein Haus-Ehemann zu dieser Zeit, hast dich um das Baby gekümmert. Wie war das für dich?
Ron: Oh, ich war Mi: Mom (Herr Mutti)! wirklich, von der ersten Windel morgens bis zur Badezeit und der letzten Flasche zur Nacht. Und wir sind zum Park gegangen - wir sind überall zusammen hingegangen. Es war hart, als es geschah. Aber im Rückblick, denke ich, hat es mir doch dieses herrliche Geschenk gegeben.
Tesh: Das ist das Gute, was davon kommt. Aber war da irgendein Schaden an deiner männlichen Psyche, weil du nicht rausgegangen bist und der Ernährer warst?
Ron: Yeah! Stets! Die männliche Psyche ist so geschaffen - ich bin überzeugt davon - immer im Spiel zu sein, auf der Jagd zu sein.
Tesh: Wie bist du mit diesen Gefühlen fertig geworden?
Ron: Du wirst mit diesen Gefühlen nicht fertig, ich glaub's nicht. Du hoffst nur; mit Würde durch sie hindurchzukommen. Und man wird bescheiden. Und dann denkst du so für dich: ,Wenn ich jemals beschäftigt sein werde, dann werde ich kein Narr sein.' Ich weiß, was der wirkliche Wert Arbeit zu bekommen und beschäftigt zu sein in dieser Industrie ist.
Tesh: Ich weiß, als Beauty and the Beast dir zuerst angeboten wurde, die Biest-Rolle, dass du da erst noch nicht einmal das Angebot überdenken wolltest, weil es eine weitere Rolle in umfangreichem Make-up bedeutete. Was hat deine Meinung so geändert?
Ron: Das Drehbuch. Total Ich hatte gerade ,,Der Name der Rose“ fertig, was die zweite große Make-up-Rolle in einer Reihe war und ich hatte Angst, der Lon Chaney meiner Zeit zu werden. In der Minute, als ich das meinen Agenten und Managern mitteilte, kam dieses Script an, das ich sie mir noch nicht einmal zu zeigen bat, damit ich bloß nicht in Versuchung käme. Und da war es, lag da und ich las die Zeitung und es war nichts anderes da zu lesen, so hab ich mal durch dieses Ding geblättert. Und bis ich dann die ersten zwei Akte gelesen hatte, hatte ich schon ungefähr dreimal geweint - es war eben so bewegend und schön. Es war so ein geschicktes und inspirierendes Erzählen einer sehr klassischen, alten Geschichte, nämlich, dass dort eine Schönheit unterhalb der Oberfläche van Dingen ist. Und es schien für mich die beste Version, um dem Schmerz in meiner Kindheit doch einen Sinn zu geben, um die Tatsache zu feiern, dass du dich doch über alles erheben kannst... Und da gab es keine Rolle, die ich jemals las, die diese Ideale besser hervorbrachte, als die des Biestes Vincent.
Tesh: Was mit der Rolle des Vincent passierte war, dass viele, viele Frauen sich in die Art verliebt haben, wie du diese Rolle spielst und auch in Vincent selbst.
Ron: Was es zu tun schien war; dass es das Bedürfnis bestätigte, sich über alles zu erheben, was auch immer dich auf- oder zurückhält. Und ich habe immer wieder Leute gesehen, die inspiriert wurden, sich über alle möglichen Widrigkeiten erhoben und das war sehr erfreulich und sehr befriedigend.
Tesh: War es schwierig, Ron, in diesem aufwendigen Make-up in Beauty and the Beast zu sein und deine Persönlichkeit, deinen Charakter; durchkommen zu lassen?
Ron: Ich wollte niemals in Erscheinung treten. Ich wollte nicht, dass Ron jemals sichtbar wurde, in allen Dingen, die ich tat. Das ist der Beruf des Schauspielers und das ist der Teil der Schauspielerei, der mich am meisten fasziniert.
Tesh: Würdest du es noch einmal tun? Würdest du noch mal eine Rolle mit viel Make-up nehmen?
Ron: Da gibt’s Zeiten in deinem Leben, wenn großartige Dinge dich finden und es gibt Zeiten, wenn du großartige Dinge findest. Ich hatte sehr viel Glück, weil wirklich großartige Dinge mich gefunden haben und so muss ich nur die Tür auflassen, damit dies weitergehen kann. Es mag auch nie mehr passieren. Aber sag niemals nie!
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